(Pirouet/MVH)
Es ist das zweite Album des mit Lob und Preisen überhäuften Trios von Pablo Held, aufgenommen im November des vergangenen Jahres; eineinhalb Jahre nach dem Debüt steht es nun in den Läden. Dazwischen haben der Pianist und seine Freunde Robert Landfermann am Bass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug – das geistreiche und beatsgescheite Rückenstärkenduo wurde vom WDR kürzlich in der Kategorie „Jazz-Improvisation“ zu Recht ausgezeichnet – mehr Konzerte gegeben als zuvor, dabei von Mal zu Mal freier gespielt und sich am Schluss ganz ohne abgesprochene Tracklistings auf die Bühne gestellt. Die neue Scheibe kostet mit dem selbstbewusst annoncierten Titel „Music“ die Komplimente des Debüts aus und wartet zum Auftakt gleich mit der Zugabe auf: Der erste Track der CD heißt „Encore“. Der beginnt introvertiert, besinnlich; allmählich schält sich die Linie heraus und die Band setzt klare Akzente. Held schlägt in seinen Stücken oft impressionistische Töne an, verspielte, tastende Gesten wechseln mit wuchtigen Figuren. Landfermann und Burgwinkel kontrastieren und stützen zugleich die Melodien; beim Titelstück kommt es zu Unisono-Begegnungen, anderswo lotet Held lange seine Figuren aus, bis die anderen einsteigen und den Spannungsbogen ausdehnen – einfach traumhaft, wie diese drei jungen Musiker ihre Themen miteinander entwickeln. Mit „Music“ ist dem Trio ein großer weiterer Schritt seiner Entwicklung gelungen – das belegen auch die souveränen Interpretationen zweier Stücke von Olivier Messiaen und Herbie Hancock.
Uli Lemke, Jazz thing 82
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